Geht nicht, gibt’s nicht

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Ein Plädoyer für mehr Mut und die Bekenntnis zu nachhaltigen Energien von einem der grossen Visionären unseres Landes.

 

Bertrand Piccard betrat die Bühne der diesjährigen Photovoltaik-Tagung in Jeans und Lederjacke. Er erzählte den Anwesenden aus der PV-Branche davon, wie sein Urgrossvater in Basel das erste Telefon der Schweiz installieren liess. Obwohl er von seinen Kollegen dafür belächelt wurde, liess sich Jules Piccard nicht beirren. Er behielt recht, das Telefon setzte sich durch. Sein Grossvater fuhr mit einem Ballon in die Stratosphäre, sein Vater tauchte in den Marianengraben. Bertrand selbst umrundete 1999 die Welt in einem Ballon – es galt als das letzte grosse Abenteuer des 20. Jahrhunderts. Für diese Familie scheint nichts unmöglich.

 

Doch Bertrand kehrte mit einem mulmigen Gefühl von seiner Ballonfahrt zurück. Er war mit 3,6 Tonnen Treibstoff gestartet, bei der Landung waren davon noch 40 Kilo übrig. Der Gedanke, der Treibstoff hätte unterwegs auch ausgehen können, behagte ihm nicht. Aus diesem Gefühl entstand eine Vision: Er wollte die Erde ohne fossilen Treibstoff umrunden, angetrieben von der erneuerbaren Energie der Sonne. Wie einst bei seinem Urgrossvater mit dem Telefon stiess auch die Idee des Solarflugzeugs auf Skepsis. Zu schwer wäre ein solches Flugzeug, zu wenig leistungsfähig, in Leichtbau nicht zu fliegen, schon gar nicht derart weit. Doch Bertrand gab nicht auf, überzeugte immer mehr Menschen und baute schliesslich mit seinem Team die Solar Impulse. Ohne einen Tropfen Treibstoff flogen Piccard und André Borschberg das Flugzeug um die Erde. Unzähligen Menschen rund um den Globus konnte er so seine Botschaft überbringen, dass die erneuerbaren Energien die Welt verändern können.

 

Uns Zuhörer im Saal überzeugte Piccard davon, dass es für eine Energiewende nur Mut und den unerschütterlichen Glauben an die Vision braucht. Die 500 Gäste hingen an seinen Lippen, und es gelang ihm, den Ball an sein Publikum zurückzuspielen. Er überzeugte uns davon, dass wir alle jetzt schon mutig für unsere gemeinsame Vision einer Zukunft mit sauberer Energieversorgung einstehen und ihr damit zum Durchbruch verhelfen werden. Als Bertrand Piccard die Bühne wieder verliess, fühlten sich alle im Saal, als wären sie vor Stolz und Zuversicht zwei Zentimeter gewachsen.

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